„Kolumbus‘ Zahnstocher“

Ist Sex das Ticket zum „Wir“? Zeig mir deinen Äquator und der Rest kommt von allein? Steckt in jedem von uns ein erotischer Kolumbus? Können wir nicht anders, als die Segel zu hissen und ins nächste Abenteuer zu steuern? Sind wir rastlos in Sachen Liebesdingen? Und was, wenn wir dieser Rastlosigkeit keinen Einhalt gebieten? Rasen wir solange, bis wir uns ‚verrasen‘? Pfeifen wir auf Amor und mopsen ihm seinen Pfeil? Übernehmen wir selbst das Schießen? Und wenn ja, schießen wir solange, bis sich Amors Pfeil abgenutzt hat? Was dann? Wir haben Amor bestohlen und dessen Pfeil hat wenn überhaupt nur noch Zahnstocherqualitäten. Puhlen wir doch den schlechten Nachgeschmack aus unseren Zahnlücken! Warum auch nicht, bleibt doch weiter nichts anderes übrig. Wir können noch eine Weile puhlen, bis sich der ehemals Liebe bringende Pfeil ganz und gar in Wohlgefallen aufgelöst hat. Und dann schwelgen wir in Erinnerungen und decken uns mit Sehnsucht zu. Sehnsucht nach dem, was einmal war.

Ich war eine Zeit lang Kolumbus und auch ich habe Amors Pfeil gestohlen. Ich schoss, bis nichts mehr vorhanden war. Selbst zum Puhlen hat es nicht mehr gereicht. Den schlechten Nachgeschmack bin ich bis heute nicht los geworden. Nun gibt es keinen Pfeil mehr, den ich verschießen könnte und Amor ist mir wohl auch nicht mehr allzu wohl gesonnen. Ich kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass ich mich verrast und Tickets en gros gelöst habe. Sex ist eindeutig nicht das Ticket zum „Wir“, soviel steht fest. Für mich ist es an der Zeit, ein wenig in meinem Sackbahnhof zu verweilen und darüber nachzudenken, was ich nun eigentlich von dieser Hoppingtour halten soll und vor allem gut darüber nachzudenken, welches Ziel mein nächstes sein soll.

 Also verweile ich hier eine Zeit lang und schnitze mir einen neuen Pfeil. Einen ganz besonderen Pfeil und eine geschnitzte Botschaft. Das Ziel seiner Bestimmung? Nun, wenn es soweit ist werde ich ihn zücken ohne groß darüber nachzudenken und ich bin mir sicher, dass er sein Ziel finden wird.

“Erotische Exzesse”

Hin und wieder kommt es vor, dass sich Libido und Verstand eine wahre Schlacht liefern, nicht selten auf Kosten des Verstandes. Wen wundert’s? Mich nicht! In Momenten wie diesen wird die Begierde zur zweiten Haut und sie ist es, die unser Tun diktiert. Ein wahrhaft meisterliches Diktat zeichnet sich durch ein Kompendium ganz abenteuerlicher Sexbuchstaben aus. Von Ahh bis Zerzaust und dazwischen liegt der Hochgenuss der Leidenschaft. Wer träumt nicht von zerwühlten Laken, die von Passion, Begierde und einem ganz eigenen Fieber zu erzählen wissen. Und wer bitteschön träumt nicht davon, dass diese Laken nur der Anfang einer wahrhaft abenteuerlichen Liebesexkursion sind. Startschuss für einen Marathon der ganz besonderen Art. Einem, bei dem man nichts unversucht lässt, um nicht als erster ins Ziel zu kommen. Unsere Fantasie kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, den ein oder anderen Umweg zu gehen. Doch gehen trifft es hier nicht ganz. Die Rede ist eher vom Rutschen, Galoppieren und den seltsamsten Bewegungen, die sich auf Grund des zu vollziehenden Aktes ganz von allein ergeben. Kopfkino. Nichts soll die Verbindung lösen und dennoch treibt es uns von einer Ecke der Wohnung zur anderen. Es kann sogar vorkommen, dass wir zu einer Art erotischen Innenarchitekt mutieren und im Nu wird aus unserem trauten Heim eine Spielwiese. Da kann der Schaukelstuhl schon mal auf dem Bett landen und wir wippen bis uns schwindelig wird. Der Esstisch wird zum Altar und das Badezimmer zum Sex-Spa inklusive Erotikshop. Die Küche wird zum Bistro der Sinne, das Dessert auf dem Liebsten drapiert, versteht sich. Herrliche Sauerei. Was für ein Schlachtfeld.

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Erotisches Drehbuch

 “Mit Biss, Charme und Zitrone”

 

Das Rezept für den perfekten Barmann.

 

Einen neuen Club zu betreten ist das Eine, wenn der erste Blick allerdings an einem Typen hängen bleibt und sich dort zu verkleben droht, dann kommt Verlangen ins Spiel. Trägt er nun noch ein seine Hüften schmeichelndes schwarzes Stöffchen, auch bekannt als  Kellnerschürze, so wird die Situation ein klein wenig dekadent. Doch darf es das nicht ab und zu auch sein? Bringen spontane Begegnungen und erotisches Kopfkino nicht die nötige Würze ins Leben? Prickelnde Flucht aus dem Alltag ist doch nicht zu verachten! Und genau das war es: prickelnd. Ich wusste nicht, wo mich dieser Abend hinführen würde. Doch ich tat alles, um diesen Moment auszukosten. Ich trank mich durch die Fleisch gewordene Longdrinkkarte und studierte sie von Kopf bis Fuß. Was ich sah gefiel mir und zog mich unweigerlich in seinen Bann. Zog derart stark, dass ich alles um mich herum vergaß. Hier gab es nur ihn und mich und zwischen uns den Tresen. Barrikade, die den Reiz nur noch verstärkte. Mir stand der Sinn danach, alles niederzureißen. Zuerst sollte der Tresen weichen und dann des Kellners Kleidung. Während er seiner Arbeit nachging und einen Cocktail nach dem anderen mixte, schrieb ich derweil an einem erotischen Drehbuch. Eines jener Sorte, welches mir ein wahrhaft fesselndes Fieber bescherte. Hier brauchte ich keine Cocktails, um trunken zu sein. Soviel stand fest. Vielmehr waren es seine Bewegungen, die mich in einen Sinnesrausch versetzten. Die seiner Hüften, als auch die seiner Hände. Ich wünschte, er hätte nicht nur den Shaker so energisch in Bewegung versetzt. Und doch ist es genau dieses „ich wünschte“, welches den Reiz bis heute so lebendig macht. Mein imaginäres Drehbuch wurde nie in die Tat umgesetzt und so bleibt es bis heute ein Geheimnis, ob er seiner Rolle gewachsen gewesen wäre.  Barkeeper en perfection. Und wen wundert’s, wenn ich hinzufüge, nicht nur in Sachen Cocktail-Zubereitung! Es gab keine Bestätigung und auch keine Enttäuschung. Was bleibt ist ein erotisches Drehbuch, welches mir hin und wieder aufregende Nächte bereitet und wahrlich erotisches Futter für so manche Kopfkino-Session liefert.

Mitunter ist es gar nicht so übel, wenn ein Drehbuch sein Geheimnis bewahrt und der Kitzel der Handlung ausschließlich uns selbst in so manch einsamer Nacht ein Fieber der besonderen Art beschert. Die Erfüllung in unseren Träumen könnte durchaus erfüllender sein, als diejenige, die sich unter einer Kellnerschürze verborgen hält. Mag das Stöffchen noch so verlockend sein.

Das Rezept für den perfekten Barmann bleibt für mich eine Kopfkino-Inszenierung. Welchen Titel Ihr erotisches Drehbuch trägt, bleibt ganz allein Ihr süßes Geheimnis.

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“Elfenbein”

Dem „Flinten-Einmaleins“ zum Trotz gibt es für jeden von uns die eine wahrhaft perfekte Flinte. Perfektion, die so vieles in sich vereint. Immer nach dem Geschmack und den Präferenzen desjenigen, der eben diese Flinte in der Hand hält oder diese sonst wo, sagen wir einmal, deponiert. Sie muss gut in der Hand liegen, mit oder ohne Schalldämpfer eine Augenweide sein und sobald sie ihre Bereitschaft zum „Gebrauch“ signalisiert, sollte es zu einem erotischen Kammerflimmern kommen.

Liebe Leute, ich rede hier von Verlangen und Lust, die von dieser Flinte in Perfektion in dem Maße geweckt wird, dass die gesammelten „Flinten-Memoiren“ der Vergangenheit angehören und eine gänzlich neue „Flinten-Ära“ eingeläutet wird.
Ich für meinen Teil erinnere mich nur allzu gern an ein Kammerflimmern, welches das Prädikat „Wow“ verdient. Ausgelöst von einem Liebhaberstück. Einer Flinte, wie aus Elfenbein gemacht. Geschmeidig, imposant im Ausmaß und mit Suchtcharakter. Elfenbein, was davor war ist längst vergessen.

Dieses „Wow“ war lange Zeit Maßstab für alle folgenden Schießübungen und hier wären wir auch schon beim einzigen Nachteil der Perfektion. Sie versaut mit Leichtigkeit unseren Geschmack und kann dem einen oder anderen erotischen Stelldichein die rote Karte zeigen, wenn wir es plötzlich mit einem Handtaschenrevolver zu tun bekommen. Dabei sind Enttäuschung oder gar zu hohe Ansprüche gänzlich fehl am Platz.

Freilich kann die Wucht des Knalls variieren, doch eine noch so zarte Flinte kann schießen und mitunter mehr Krach machen als erwartet. Das Motto der Stunde sollte also sein, jeder Flinte die Chance zu geben, uns von ihren Schießkünsten zu überzeugen.
Es ist wirklich ratsam, das „Wow“ als Event zu verstehen. Ein Attribut wie Elfenbein hat Seltenheitswert und dabei sollte es auch bleiben. Denn große Knarren können uns durchaus betriebsblind machen, vom Verlust der Variation und Abwechslung ganz zu schweigen.

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“Sexophon”

Wann wird aus einem Saxophon ein ‚Sexophon‘ und wer beherrscht dieses Instrument? Wo kann man die Künste des Spielens erlernen? Und was passiert, wenn man den perfekten Mentoren gefunden hat? Lehrer in Sachen ‚Sexophon‘. Fragen wie diese stellte ich mir nie. Bis dato. Bis ich in dieser Bar saß und zwar an einem Abend mit Livemusik. Eine kleine Kaschemme, in der ich mich wiederfand. Schwarzweiß-Fotografien und Kerzen an den Wänden, gleiches auf den viel zu klein geratenen runden Bistrotischen vor, hinter und neben mir. Ich saß also mittendrin statt nur dabei. Meine Stimmung war annähernd so gedämpft wie das Licht in diesen vier Wänden. Doch dieser Zustand sollte ein schnelles Ende finden, denn ER betrat die ‚Bühne‘, die keine war. Mein Blick fiel auf das gewaltige Instrument in seiner Hand. Perfekt in Form und Glanz. Ich fühlte mich angezogen von seinem Saxophon und konnte es kaum erwarten, bis er tat wozu er kam. Intimität lag in der Luft. Erotik. Kopfkino. Wie gern wäre ich dieses Saxophon gewesen und nur allzu gern hätte er mir einen anderen Namen geben können. Viel Kreativität wäre nicht nötig gewesen, nur der Austausch eines einzigen Buchstaben. Tausche ‚a‘ gegen ‚e‘. Doch würde ich gegen seine zärtliche Geliebte auch nur einen Hauch einer Chance haben? Wie viel Leidenschaft wäre er bereit zu geben, wenn er statt auf dieser goldenen Lady auf einem ‚Sexophon‘ spielen würde? Für welchen Stil würde er sich entscheiden, spielte er auf mir? Jazz, Blues, Chanson? Oder wäre es eine ganze Matinee? Ich hatte Sex im Kopf. Ich schmolz dahin, an diesem kleinen runden Bistrotisch. Eine Begegnung wie so viele und doch etwas ganz besonderes. Was für mich das ‚Sexophon‘ ist, das kann für den Leser dieser Zeilen genauso gut ein Pilates-Kurs mit erotischen Hindernissen oder ein Kellner auf feucht-fröhlichen Abwegen sein. Wer weiß das schon. Aber gerade das macht es ja zu einem Erlebnis der besonderen Art. Denke immer daran, wenn Du morgens das Haus verlässt und halte Ausschau nach ‚Goldenen Ladys‘, ‚Pilates-Kurslern‘ und ‚Kellnern mit dem gewissen Etwas‘.

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„Flinten-Einmaleins“

Was tun, wenn die Flinte geladen, doch der Abzug nicht gedrückt? Was, wenn der Abzug zu früh gedrückt oder erst gar nicht gefunden? Noch einmal durchladen? Oder ist es ratsam, dem Suchenden zu zeigen, wo er findet wonach er sucht? Hier ist Geschick gefragt, denn eine empfindliche Seele könnte durchaus geneigt sein, die Flinte ins Korn zu schmeißen. Was für ein Verlust. Kann doch selbst aus einer kleinen Flinte der entscheidende Schuss kommen.

Doch das richtige Handling will gelernt sein. Darüber hinaus bedarf es allerdings auch einer nicht zu verachtenden Portion Passion. Eine Passion, welche das Leben ausblendet und die Zeit still stehen lässt. Leidenschaft. Begeisterung. Begierde. Komponenten für den besten Rausch überhaupt. Ekstase. Vielleicht ist genau dies der perfekte Name für die perfekte Kugel im Lauf einer ach so perfekten Flinte. Und was im ‚Flinten-Fall‘ perfekt ist, liegt ausschließlich im Auge des Betrachters. So reich die ‚Flinten-Variation‘ auch ist, jede Flinte aus diesem liebestollen ‚Flinten-Fundus‘ findet einen Liebhaber. Oder auch mehrere. Fakt ist, das „Flinten-Einmaleins“ beherrscht früher oder später jeder von uns. Wer weiß, eventuell stellst Du dir gerade die spezielle Flinten-Frage oder ertappst dich gerade bei einer nicht alltäglichen Kopfkino-Inszenierung der Marke „Flinten-Einmaleins“.

Ich wünsche Euch ein allzeit spannendes „Flinten-Handling“ und nie vergehende Neugier in Sachen „Flinten-Einmaleins“.

Jayden.

Bettgeflüster

„Begabung und Dosis“

Dass es ‚Sorten‘ von Sex gibt steht außer Frage. Klärungsbedarf besteht lediglich darin zu entscheiden, wo die eine aufhört und die andere beginnt. Eine Grenze zwischen Ihnen zu ziehen kann durchaus zu Komplikationen führen. Die Variation ist in der Tat derart üppig, dass die Grenzen verschwimmen. Nun stellt sich die Frage nach den persönlichen Präferenzen. Mix-Fraktion versus Missionare. Variation oder altbewehrte Route? Ich für meinen Teil springe in die Bresche für Mix und Variation. Altbewehrte Routen fordern keinen Entdeckergeist und in Sachen Bettgeflüster kann einem dann auch kein Flinten-Einmaleins mehr helfen. Und was die Missionare anbelangt, so lautet meine Parole: „Reißt ihnen die Schwarzkittel vom Leib“.

Es spricht also alles für Abwechslung und Kitzel. Ein weites Feld. Und so stelle ich mir insgeheim eine Frage mit großer Bedeutung: Haben wir es mitunter mit einer Variation von Sex-Typen zutun? Fakt ist, unser sexuelles Leben kann gewiss wahnsinnig lebhaft und abwechslungsreich sein, sofern wir uns darauf einlassen. Sex bringt zweifelsohne Spannung und Würze in unseren ‚Alltag‘ und ohne Frage auch in jede einzelne noch so alltägliche Situation.

Doch was ist, wenn sich unser intimes Stelldichein eher als Müsli an einem Montagmorgen anstatt als ein Candle Light Dinner in einer lauen Sommernacht entpuppt? Was, wenn weder Salz noch Pfeffer dem faden Sex-Geschmack den Garaus machen können? Sind es Begabung und Dosis, die das fade Einerlei ins Nirwana befördern? Wenn es denn so ist, so frage ich mich, wer ist dieser Mister Wonder? Wer ist fähig zu würzen, bis einem schwindelig wird? Fragen Sie sich nicht auch wo er steckt? Oder besser noch, haben Sie ihn bereits gefunden? Wenn ja, lassen Sie es mich wissen. Ich brenne darauf zu erfahren, wo man derartige Wunderexemplare ergattern kann.

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Euer Jayden

“Licht an, Licht aus?”

„Licht an, Licht aus?“

Die Kolumne rund ums Bettgeflüster

Die Frage könnte ebenso gut lauten, im Bett oder auf dem Küchentisch.

Sex muss durchaus funktionieren. Hier gibt es kein „halb“ und kein „So lala“. Das darf es auch gar nicht geben. Sind wir doch ehrlich, was passiert denn, wenn wir etwas nur so halb tun? Stellen wir uns vor, wir sitzen halb und zur anderen Hälfte stehen wir. Ich denke, einer der beiden Sitzmuskel wird den Dienst quittieren! Oder unser Gegenüber stünde nur halb in der Tür? Ohne Frage wäre er weder drinnen noch draußen. Wer nun also denkt, dass es mit dem Sex so halb funktionieren könnte, der sei gewarnt. Betrachtet man das illustre Zusammentreffen zweier Individuen vergleichsweise als Einheit, wie etwa diejenige beider Gesäßmuskeln in Form eines Hintern, so könnte es schneller passieren als gedacht, dass einer der beiden ziemlich bald den Dienst quittiert. Es sei denn, beide ziehen gleich und schlafen ein. Dann ist wohl weder ans Aufstehen, noch ans Sitzenbleiben zu denken.

Es herrschen so viele Klischees in Sachen Bettgeflüster. Ist eine Beziehung denn tatsächlich über kurz oder lang der Grund für ein sexuelles Timeout? Und wenn es so ist, was tun um es zu umgehen? Welches sexuelle ‚Anti-Timeout-Pflaster‘ steht zum Angebot? Rollenwechsel, fremde Orte oder aber Rückkehr zu den anfänglichen Dates? Darüber reden oder nicht? Kann man Sex zerreden? Fragen über Fragen. Wichtig ist es wohl, bei aller Gewohnheit, die unweigerlich Einzug hält, das Kitzeln lebendig zu halten.

Verfallen wir in Rollenmuster?

Und wie steht es mit der „Beischlaf-Bettelei“? Ja ich frage mich, ob das unbedingte begehrt werden wollen im Leben als Vollwertsingle im Beziehungsleben weiterhin existiert? Insgeheim habe ich auf diese Frage jedoch schon eine Antwort parat. Meine kleine Wahrheit. Denn ich bin absolut davon überzeugt, dass sich dieses unbedingte begehrt werden wollen ganz einfach nur in ein anderes Kostüm wirft und es sich tatsächlich auch in einer Beziehung gemütlich machen kann. Und das liebe Leute kann zweifelsohne in die Hose gehen. So kann es durchaus passieren, dass Sex zu einer Bedingung wird. Eine „Ja, die Beziehung tut mir gut – Bedingung“. Eine Bedingung von der Sorte, die Sex zum Gut macht. Dann nämlich wird Sex konsumiert und der Partner wird zum Lieferanten. Gruselige Vorstellung. Nicht meine Veranstaltung. Würde man nun den Faden weiterspinnen, wäre Sex dann nur Mittel zum Zweck. Tausche Sex gegen das Gefühl attraktiv zu sein. Wenn es der „Faden“ hergibt, „spinne“ ich mich gar weiter und behaupte ganz einfach, dass dieser Tausch durchaus auch ein gewisses Suchtpotential in sich birgt. Denn wer von uns will schon nicht attraktiv sein und sich nicht auch so fühlen? Letzten Endes wollen wir uns doch alle gut in unserer Haut fühlen? Aber sollte dieses Gefühl denn wirklich mit dem Sex-Express geliefert werden?

Kann es denn tatsächlich so weit kommen, dass man sich eines Tages ‚übersext‘ hat? Kann man eine Beziehung tot schlafen? Zweisamkeit entsext? Oh ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass es so ist. Zumal, wenn ein ‚gutes Gelingen‘ über Sex und dessen Häufigkeit definiert wird. Wer Sex als eine unbedingte Bestätigung seiner Attraktivität versteht oder gar schlimmer noch, wer einen sexuellen Countdown zählt, der läuft Gefahr das K.O. in jeder Ecke zu suchen und seine Beziehung auszuzählen. Eins steht fest, wer das sexuelle Beziehungs-K.O. sucht, der wird es eines Tages unter Garantie finden. Im Falle des Falles braucht es nur einen Knick in der „Beischlaf-Kontinuitäts-Kurve“ und ein ‚Sex versus Attraktivitäts-Bestätigungs-Junkie‘ schmeißt hin. Insgeheim stellt sich diese Frage früher oder später wohl jeder. Ist es nicht so? Ich für meinen Teil versuche, dieser ganzen Sache ein Stück weit pragmatisch und in gewisser Weise sarkastisch zu begegnen. Hier hilft mir die „Treter-Kulisse“. Und so stelle ich mir an diesem Samstagmorgen, um sieben nach sechs eine mittelgradig sarkastische Beziehungsfrage.
Hat sich eine Beziehung gar irgendwann ausgelatscht, wie jenes Paar Schuhe, dass nun sein trauriges Schicksal in der hintersten Ecke des Schuhregals fristet, welches einmal den Titel „Lieblingstreter“ trug? Hängen die Schnürsenkel denn tatsächlich eines Tages einfach nur schlaff an den Seiten herunter und warten vergeblich darauf gebunden zu werden?

Der eine hört die Vögel singen, der andere zählt den Countdown für seinen Flug auf den Mond. Was für den einen ein vollwertiges Workout, ist für den anderen eine Wellness-Auszeit. Festlegen mag ich mich persönlich nicht. Ich mag dem Gesang der Vögel lauschen und möchte dennoch nicht auf meinen Countdown verzichten. Ich genieße ein wirklich anstrengendes Workout und zum Ausgleich lasse ich mich in Sachen Wellness-Auszeit liebend gern fallen. Nein, ich will mich nicht festlegen und um ehrlich zu sein, kann ich es auch gar nicht. Ich halte es mit dem Sex wie mit meinem Müsli, ich hätte gern von allem etwas. Der Mix macht den Geschmack aus. Ich bin überzeugt davon. Sind Sie es auch? Ich wäre beruhigt, wenn es so wäre.

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